Kulissen bauen in Hinnerks Scheune
27 September 2025 · 3 Min. Lesezeit
Im Juni hat die Spielleiterin das Stück für den kommenden Winter ausgesucht, wieder eine Komödie in drei Akten, diesmal in einer Bauernküche. Die Bühne im Saal ist sechs Meter breit und vier tief, und die Küche muss so gebaut sein, dass sie in zwei Stunden steht und nach der letzten Vorstellung in einer Stunde wieder verschwunden ist. Gebaut wird in der Scheune von Hinnerk, dem Bauern aus dem letzten Stück, der im echten Leben tatsächlich Landwirt ist.
Die Wände sind Rahmen aus Dachlatten, mit Nessel bespannt, einem ungebleichten Baumwollstoff, der mit Leim und Farbe straff wird wie ein Trommelfell. Jede Wand ist zwei Meter fünfzig hoch, damit man vom Saal aus nicht darüber hinwegsieht. Wir sind zu fünft, an jedem zweiten Samstag seit Ende Juli, von neun bis zum frühen Nachmittag.
Was bis heute fertig ist:
- neun Wände, sieben davon einen Meter breit, eine mit Tür und eine mit Fenster;
- ein Herd aus Sperrholz mit aufgemalten Kacheln;
- eine Anrichte vom Sperrmüll, abgeschliffen und blau gestrichen;
- Kosten bisher: 286 Euro für Latten, Nessel, Leim und Farbe, bezahlt vom Heimatverein.
Ich kann weder sägen noch schrauben, also habe ich gestrichen. Nessel streicht man zuerst mit verdünntem Leim, damit sich der Stoff spannt, und erst danach mit Farbe. Die Wände sind hellgelb mit einem grauen Sockel, und die Kacheln am Herd hat eine Rentnerin aus dem Kirchenchor gemalt, mit einem Lineal und sehr viel Geduld.
Das Fenster lässt sich nicht öffnen. Im Stück muss Frieda, die Bäuerin, im zweiten Akt hinausrufen, und dafür muss es aufgehen. Hinnerk sagt, das sei eine Frage von zwei Scharnieren und einem Nachmittag. Dass ich die Frieda spiele, steht seit Mittwoch fest. Sie hat 212 Sätze, und davon wird hier noch zu lesen sein.