Achtern Vörhang

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Ich bin im Ammerland aufgewachsen, zwischen Baumschulen und Rhododendren, und arbeite seit dreiundzwanzig Jahren in der Buchhaltung einer Baumschule zwei Dörfer weiter. Platt habe ich als Kind bei meiner Oma gehört, aber zu Hause sprachen wir Hochdeutsch, und so verstehe ich fast alles und sage fast nichts. Im September 2024 fragte mich eine Nachbarin, ob ich bei der Theatergruppe unseres Heimatvereins einspringen könne. Eine Spielerin war weggezogen, und für eine kleine Rolle fehlte jemand. Ich war vierundfünfzig und hatte seit der Schulzeit auf keiner Bühne gestanden.

Die Gruppe spielt jeden Winter ein plattdeutsches Lustspiel in drei Akten, im Saal unserer Dorfgaststätte, mit Kaffee und Butterkuchen in der Pause. Hier schreibe ich auf, wie das geht: Text lernen in einer Sprache, die man nur halb spricht, Proben am Dienstag und Freitag, Kulissen bauen, umziehen in neunzig Sekunden, und die Abende, an denen der Saal voll ist und einem der nächste Satz nicht einfällt.